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Preise aus der Dr. Johannes und Hertha Tuba Stiftung für das Jahr 2025 vergeben

Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Dezember 2025 wurden die Preise aus der Dr. Johannes und Hertha Tuba Stiftung vergeben. Der Preis für das bisherige Lebenswerk ging an Josef Marksteiner, der Dr. Johannes und Hertha Tuba Preis an Ivan Lechner und Fritz Oberhollenzer. Kai Zimmer erhielt für sein Projekt die Dr. Johannes und Hertha Tuba Forschungsförderung.

In den Räumen des achten Stockwerks in der Fritz-Pregl-Straße 3 wurden am 16. Dezember 2025 die Preise aus der Dr. Johannes und Hertha Tuba Stiftung verliehen. Rektor Gert Mayer und Vizerektorin Patrizia Stoitzner begrüßten Preisträger:innen, Laudatoren und Gäste, darunter Michael Fiegl aus dem Vorstand der Tuba Stiftung.

Josef Marksteiner erhielt den Tuba-Lebenswerkpreis

Viele Menschen in Tirol, insbesondere aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich, sind Josef Marksteiner schon einmal begegnet. Der Mediziner leitete in den vergangenen 14 Jahren die Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie A im Landeskrankenhaus Hall und widmete seine akademische Karriere der Erforschung des Gehirns, besonders den Demenzerkrankungen. „Niemand hat in diesem Bereich so viel auf die Beine gestellt, wie er. Dabei ist er immer unglaublich bodenständig geblieben“, würdigte Alex Hofer in seiner Laudatio dem Wirken Marksteiners. Wenige Tage nachdem der Arzt und Wissenschafter an der Medizinischen Universität Innsbruck von der Johannes und Hertha Tuba Stiftung mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, verabschiedete er sich in die Pension.

Als er 1972 mit zwölf Jahren auf Empfehlung des Pfarrers von Brandenberg nach Salzburg aufs Gymnasium geschickt wurde, ahnte er noch nicht, dass er einmal ein namhafter Psychiater in Tirol sein wird. Rückblickend misst er der Internatszeit große Bedeutung bei: „Seither weiß ich, wie Gruppen funktionieren.“ Doch selbst nach dem Medizinstudium kam ihm die Psychiatrie als mögliche Wirkungsstätte gar nicht weiter in den Sinn. „Ich habe Medizin ohne großes Sendungsbewusstsein studiert und mir gedacht, dass ich vielleicht Hausarzt werde.“

Mitte der 1980er Jahre waren die freien Stellen dann rar. Nach dem Studium fasste Marksteiner schließlich den Entschluss, sich am Institut für Pharmakologie vorzustellen, fing dort an und fand schon nach wenigen Wochen Gefallen an dem Gebiet. „Wir haben untersucht, wie Peptide im Gehirn verteilt sind und ihre möglichen Funktionen. Die Grundlagenforschung war neu für mich.“ Von da an wusste Marksteiner, dass er sich weiter auf das Gehirn und Hirnerkrankungen konzentrieren und grundlegende Mechanismen „unbedingt mitverstehen wollte“. Es ergab sich, dass auf der Psychiatrie eine Stelle frei wurde – gerade in der Zeit, in der die Demenz-Forschung nach mehr als 70 Jahren Stillstand neu Fahrt aufnahm. Josef Marksteiner spezialisierte sich auf die Gerontopsychiatrie.

Über Jahrzehnte hinweg prägte er die Demenzforschung und -versorgung in Tirol maßgeblich mit. Seine wissenschaftliche Arbeit umfasst mehr als 230 Publikationen und spannt den Bogen von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Anwendung. Ein Schwerpunkt lag auf der Weiterentwicklung der Demenzdiagnostik: Gemeinsam mit seinem Weggefährten Christian Humpel baute er in Innsbruck das Labor für Liquordiagnostik auf und arbeitete an der Identifikation neuer Biomarker in Liquor, Blut und Speichel. 1995/96 richtete Marksteiner die Gedächtnissprechstunde an der Universitätsklinik Psychiatrie ein.

Er erinnert sich gerne an diese Zeit, in der er in engem internationalen Austausch mit Kolleg:innen stand und viele Kontakte knüpfte. Neben seiner durchgängigen Tätigkeit als Oberarzt habilitierte sich Marksteiner in Pharmakologie und wenige Jahre später auch in Psychiatrie. „Und dann wollte ich auch noch was anderes sehen“, erzählt er lachend von zwei Jahren, die er als Klinikleiter in Klagenfurt verbrachte und einem weiteren, das er im Landeskrankenhaus Rankweil dranhängte. 2014 übernahm er das Primariat in Hall.

Neben all seiner wissenschaftlichen Leistungen betonte Alex Hofer in seiner Rede ganz besonders die Nähe zu den Menschen, die Josef Marksteiner hatte – sowohl zu den Patient:innen und deren Angehörigen, als auch zu den Mitarbeiter:innen. In seiner Haller Zeit beteiligte er sich maßgeblich an der Entwicklung der Initiative „Demenz braucht Kompetenz“ und er steckte viel Energie in patient:innennahe Forschung wie z.B. in das Projekt für die integrierte Versorgung Demenz zusammen mit dem Landesinstitut für integrierte Versorgung (LIV).

In Anbetracht der großen Herausforderungen, die der gesellschaftliche Wandel mit hoher Lebenserwartung und gleichzeitig mehr werdenden Single-Haushalten bringt, appelliert Marksteiner zur Zusammenarbeit und zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses von Angehörigen, Ärzt:innenschaft und Pfleger:innen. „Mit einer guten Begleitung kann man auf den unterschiedlichsten Ebenen viel machen, bezogen auf die Symptome, auf die Patient:innen und die Angehörigen, bezogen auf die Gesellschaft“, sagt er. Ob Marksteiner in der Pension weiterforschen wird, lässt er noch offen – es sei das erste Mal seit seinem 14. Lebensjahr, dass er nichts tun müsse und trotzdem Geld bekomme. Mit dieser ungewohnten Situation habe er sich noch nicht recht auseinandergesetzt. Erschöpft fühle er sich jedenfalls überhaupt nicht und er betont, dass er einen „äußerst schönen Beruf hatte“. Es sei gut möglich, dass er wieder ein Forschungslabor findet. Gleichzeitig bleibe ihm aber auch mehr Zeit für die heimatliche Landwirtschaft.

Die Preisträger Ivan Lechner und Michael Oberhollenzer (M. mit Urkunden) mit VR Patrizia Stoitzner (l.), Klinikdirektor Axel Bauer (2.v.l.), Michael Fiegl (2.v.r.) und Rektor Gert Mayer (r.).

Die Preisträger Ivan Lechner und Michael Oberhollenzer (M. mit Urkunden) mit VR Patrizia Stoitzner (l.), Klinikdirektor Axel Bauer (2.v.l.), Michael Fiegl (2.v.r.) und Rektor Gert Mayer (r.).

Dr. Johannes und Hertha Tuba Preis 2025 für zwei junge Kardiologen

Ivan Lechner und Fritz Oberhollenzer aus der Arbeitsgruppe um Bernhard Metzler und Sebastian Reinstadler von der Univ.-Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie und Angiologie) wurden mit dem Dr. Johannes und Hertha Tuba Preis 2025 für eine herausragende wissenschaftliche Publikation ausgezeichnet. Grundlage dafür ist eine sekundäre Analyse der randomisierten TAVR-CMR-Studie. Die primäre Analyse der TAVR-CMR-Studie zeigte, dass die kardiale Magnetresonanztomographie (TAVR-CMR) der Computertomographie (TAVR-CT), dem aktuellen Goldstandard in der TAVR-Planung, nicht unterlegen ist und damit eine valide Alternative darstellt. In der nun prämierten sekundären Analyse, die unter ihrer gemeinsamen Erstautorenschaft entstanden ist, wurde untersucht, ob diese Ergebnisse unabhängig von Alter und Geschlecht gelten und welchen Einfluss diese Faktoren auf den Implantationserfolg bei CT- oder CMR-gesteuertem TAVR haben.

(v.l.) VR Stoitzner, Laudator Dominik Wolf, Preisträger Kai Zimmer, Stiftungsvorstand Fiegl und Rektor Mayer bei der Übergabe der Urkunde über die Tuba-Forschungsförderung.

(v.l.) VR Stoitzner, Laudator Dominik Wolf, Preisträger Kai Zimmer, Stiftungsvorstand Fiegl und Rektor Mayer bei der Übergabe der Urkunde über die Tuba-Forschungsförderung.

Tuba Forschungsförderung für Kai Zimmer

Mit der mit 100.000 Euro dotierten Tuba Forschungsförderung 2025 wird ein Forschungsvorhaben von Kai Zimmer unterstützt. Der gebürtige Deutsche hat bereits an der Med Uni Innsbruck Humanmedizin studiert und absolviert derzeit seine Doktoratsausbildung im PhD Programm „Clinical Cancer Research“.

In seinem Projekt „TET2-mediated dysregulation of innate immune receptors in age-related clonal hematopoiesis“ stehen altersbedingte Entzündungsprozesse im Fokus. Mit zunehmendem Alter kommt es im Körper zu einer dauerhaften, unterschwelligen Entzündung („Inflammaging“), die die Entstehung und das Fortschreiten alters-assoziierter Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs begünstigt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die alternde Blutbildung: Im Laufe des Lebens werden zufällige erworbene Veränderungen im Bauplan von Blut-Stammzellen angesammelt. Dieses Phänomen wird als Klonale Hämatopoese bezeichnet. Besonders häufig sind Veränderungen im TET2-Gen. Diese Veränderungen können die alters-assoziierten  Entzündungsprozesse begünstigen und so das Risiko für Herz Kreislauf Erkrankungen aber auch Krebserkrankungen erhöhen.

„In diesem Projekt untersuchen wir“, so Zimmer, „warum TET2 Mutationen Immunzellen überempfindlich machen. In schon erhobenen Daten konnten bestimmte Entzündungsrezeptoren identifiziert werden, die wir nun genauer betrachten wollen.“ Ziel ist es herauszufinden, wie diese Veränderungen auf molekularer Ebene zur Fehlsteuerung von Entzündungsprozessen beitragen. Langfristig soll dieses Wissen helfen, ältere Menschen gezielter mit anti-entzündlichen Therapien zu behandeln, um so die alters-assoziierten Erkrankungen zu verhindern oder den Verlauf abzumildern.

(21.01.2026, Text: T. Mair, D. Heidegger, Bilder: MUI/Bullock)

Dr. Johanna und Hertha Tubaforschungsförderung

Dr. Johannes und Hertha Tuba Preis

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