WS 2005/2006
Bausteine des Lebens I / Chemie / Block 2
HS A und HS B
(LVA-Nr. 503.132)
Ort: HS A und HS B, 08.00 – 08.45 Uhr
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Grundlagen der Chemie: Einführung Zustandsform der Materie (1 Stunde) Homogene und heterogene Systeme |
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Aggregatzustände und Gasgesetze Atombegriff, Radioaktivität (1 Stunde) Periodensystem (2 Stunden) Bindungstypen (2 Stunden) |
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Wasser als Biosolvens. Konzentration und Menge, Diffusion, Osmose, Elektrolyte (2 Stunden) |
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Chemisches Gleichgewicht Massenwirkungsgesetze Löslichkeitsprodukt (2 Stunden) |
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Protolysereaktionen: Säuren, Basen, Puffer (3 Stunden) |
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Redox-Reaktionen und Stöchiometrie (2 Stunden) |
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Bioelemente (nur 25 Elemente), Nichtmetalle, Metalle: Alkalimetalle (Na/K)-Erdalkalimetalle; Übergangselemente (2 Stunden) |
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Allgemeine organische Chemie: Kohlenstoff-Bindungen, Einleitung Organ. Chem. Verbindungen (2 Stunden) |
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Funktionelle Gruppen (hierarchische Organisationen biologischer Strukturen), Organ. Chem. Reaktionstypen (3 Stunden) |
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Alkane, Halogenalkane, Alkene, Alkine, Cyclo-Verbindungen, aromatische Verbindungen und Heterocyclen (3 Stunden) |
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Alkohol, Thiol, Aldehyd (Keton) Carbonsäuren, Ester und Seifen (3 Stunden) |
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Amine und Säureamide (1 Stunde) |
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Chemie Biologisch und Medizinisch relevanter Naturstoffe |
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Kohlenhydrate, Stereochemie (3 Stunden) |
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Lipide: Trigliceride, Stereoide, Phosphatide, Sphingolipide: Physikalisch-chemische Eigenschaften von Lipiden (Biologische Membranen) (2 Stunden) |
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Aminosäuren und Proteine (3 Stunden) |
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Nukleinsäurebasen, Nukleoside, Nukleotide (1 Stunde) |
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Kohlensäurederivate (Harnstoff, Guanidin, Kreatin) (1 Stunde) |
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Thermodynamik und allgemeine Bioenergetik (3 Stunden) |
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Grundlagen der Enzymkatalyse (3 Stunden) |
Vorlesungsplan SS
Bausteine des Lebens II/ Biochemie I
(Q 201 und Q 202)
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Dozent: |
Zeit: |
Lehrstoff |
Lehrziele: |
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FUNKTIONELLE BIOCHEMIE |
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1. und 2. Stunde |
ENERGIEGEWINNUNG: Ernährung: Nahrungsmittel, Nahrungsstoffe, Wirkstoffe |
Der Student muss wissen, dass die Nahrung den täglichen Energiebedarf decken und zusätzlich ausreichende Mengen an essentiellen Bau- und Wirksubstanzen enthalten muss. Der Wert einer Nahrung ist unter 5 Aspekten zu beurteilen: |
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3.–5. Stunde |
Verdauung und Resorption von Kohlenhydraten, Lipiden und Eiweißen |
Der Student muss wissen, dass die überwiegend polymeren Nahrungsmittel im Magen-Darm-Trakt durch Verdauungssekrete und Enzyme hydrolytisch in niedermolekulare, resorbierbare Substrate gespalten werden. Die Bildung und Ausschüttung der Verdauungssekrete wird nerval und hormonal gesteuert. Die Begriffe Maldigestion und Mal-absorption sollen erklärt werden können. |
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6.-8. Stunde |
Substratfluss in der Resorptions- und Postresorptionsphase (Übersicht) (3 Std.) |
Der Student muss wissen, dass der Energieversorgung aufgrund des dauernd wechselnden Nahrungsangebotes und der unterschiedlichen Leistungsanforderungen während eines 24-Stunden-Tages nicht konstant, sondern laufend zwischen den Stoffwechselphasen „Resorption und Postresorption“, die von den Phasen „Ruhe“ und „Arbeit“ beliebig überlagert werden können, wechselt. Für Resorption (Ruhe) sind Glucose und Insulin; für Postresorption (Ruhe) sind es Fettsäuren und Glucagon. Beim Wechsel von Ruhe zu Arbeit werden zusätzlich Glucose, Fettsäuren und die Katecholamine wichtig. Der Student muss die Organspezifität der Energieversorgung in Resorption- und Postresorptionsphase kennen. |
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9. und 10. Stunde |
Glykolyse (-Regulation), ATP-Gewinnung durch Substratphosphorylierung Phosphorylierung (3 Stunden) |
Der Student muss wissen, dass die Energie vorwiegend durch den Abbau der resorbierbaren Glucose geliefert wird. Beim anaeroben Abbau und in funktionell anaeroben Zellen (Erythrozyten, Nierenmark und stark arbeitender Muskel) können die Reduktionsäquivalente nicht mit Sauerstoff reoxidiert werden, so dass der Glucose-Abbau (Glykolyse) die Zelle nur mit 2 ATP pro Glucose versorgt; unter anaeroben Bedingungen entsteht Laktat als Endprodukt. Beim aeroben Glucose-Abbau (Atmung) können die in der Glykolyse und Citratzyklus gewonnenen Reduktionsäquivalente in der Atmungskette in den Mitochondrien mit Sauerstoff reoxidiert werden, wodurch die Zelle mit 38 ATP pro Glucose versorgt wird.
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14.-16. Stunde |
Stoffwechsel von Galaktose, Fruktose, Gluconeogenese, Pentosephosphatweg, Glykogenolyse, Äthanolabbau |
Der Student muss wissen, wie Galaktose und Fruktose als wichtige Bestandteile der Nahrungskohlenhydrate in die Glykolyse eingeschleust werden (Galaktosämie, Laktose-Intoleranz, Fruktose-Intoleranz) und aus Hexosemonophosphaten Ribose-Phosphate für die Biosynthese von Nukleotiden entstehen können bzw. Pentosen in die Glykolyse eingeschleust werden können. |
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20.-22. Stunde |
BILDUNG VON ENERGIESPEICHERN: Glykogensynthese, Gluconeogenese, Fettsäure-Synthese, Lipogenese (3 Stunden) |
Energiespeicherung geschieht im tierischen Organismus durch Polymerisation monomerer Substrate (Glucose, Fettsäuren, und sehr begrenzt durch Aminosäuren). Die Glykogen-Synthese benötigt aktivierte Glucose, um durch Verlängerung – und Verzweigungsreaktionen das hochpolymere Energiesubstrat Glykogen zu produzieren. Bei der Liponeogenese wird Glucose über viele Enzymschritte über Acetyl-CoA und Fettsäuren zu Triglyzeriden aufgebaut (Kohlenhydrat-Mast), während die Triglyzeridresynthese zur Speicherung von Nahrungsfett (Chylomikronen) in den Adipozyten erfolgt. Die Proteinsynthese der Aminosäure ist kein spezifischer Prozess der Energiegewinnung, da es kein Energie-Speicherprotein gibt, jedoch wird über die Gluconeogenese aus Aminosäuren beim Proteinabbau Energie in Form von Glucose geliefert, so dass vor allem Muskelprotein als Energiespeicher zu betrachten ist.
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23. und 24. Stunde 25.- 27. Stunde |
Harnstoffzyklus und Ammoniakstoffwechsel |
Vor allem Muskeln, aber auch die Leber können auf einem Teil ihrer katalytisch oder strukturbildenden Proteine verzichten und diese im Notfall ebenso wie mit der Nahrung aufgenommene Aminosäure abbauen und in Energiegewinnung oder zur Gluconeogenese bereitstellen. Dieser Abbau ist jedoch nur in Organen möglich, in denen der beim Abbau anfallende Stickstoff über die Blutbahn in ungiftiger Form als Harnstoff, Alanin oder Glutamin und nicht als NH3 entfernt werden kann. Hauptabbauort für Aminosäuren ist daher die Leber, da nur sie zur Harnstoffsynthese befähigt ist. Nebenabbauort ist die Niere, da dieses Organ Stickstoff als NH3 direkt in den Urin ausscheiden kann. Der Student muss wichtige Abbaustörungen von Aminosäuren (z.B. Homocysteinämie, Phenylketonurie) erklären können und darüber hinaus wissen, dass Aminosäuren und Aminosäure-Abkömmlinge (z.B. biogene Amine) in der Signalübertragung als Hormon, Mediatoren oder Neurotransmitter wirksam werden und wie diese synthetisiert werden und welche Krankheiten mit diesen Substanzen verbunden sein können (z.B. Parkinson, Albinismus, Hyperthyreose, u.a.) |
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28.-30. Stunde |
REGULATION DES ENERGIESTOFF-WECHSELS DURCH HORMONE |
Für die Pathogenese und Therapie des Diabetes mellitus muss der Student wissen, dass die Nahrungsaufnahme von Glucose und Aminosäuren in der Resorptionsphase die Sekretion von Insulin aus dem Pankreas stimuliert und Insulin insgesamt eine anabole Wirkung (Aufbau von Energiespeichern) ausübt, so dass bei Ausfall der Insulin-Sekretion bzw. durch Störung von Insulinrezeptoren eine vorwiegend katabole Stoffwechsellage eintritt. Nahrungsentzug stimuliert über den Abfall von Glucose die Sekretion von Glucagon, wobei Glucagon insgesamt eine katabole Wirkung auf die Energiespeicher ausübt. Neurale Reize wie emotionale Erregung (Stress) und motorische Aktivität stimulieren die Sekretion von Katecholaminen, wobei Katecholamine ausgeprägte Reize auf das Herz-Kreislauf-System sowie insgesamt ebenfalls abbauende Effekte auf den Stoffwechsel ausüben. |
Insgesamt: 30 Stunden